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26

JAN

2017

Warum Bauherren solange auf ihre Baugenehmigung warten

Das Bauen in Großstädten wurde in den letzten Jahren immer teurer, eine Preisgrenze scheint jedoch mittlerweile erreicht zu sein. Viele Immobilienkäufer haben im Zuge dessen ihren Focus auf kleinere Städte gelegt. Doch ein mächtiger Stolperstein beim Bau der Wunschimmobilie ist nicht mehr so sehr der finanzielle Aspekt, sondern das Zeitmanagement der Behörden. Die Immobilienwirtschaft klagt immer häufiger, dass Bauanträge immer langsamer bearbeitet werden - mitunter dauert es schon mal bis zu sieben Monate, bis ein Bauantrag genehmigt wird! Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat nun den Grund für dieses Problem gefunden: "Seit Jahren versuchen die Kommunen ihre Haushalte durch Personalabbau zu sanieren", schreiben die Volkswirtschaftler Thomas Puls und Oliver Koppel. "Frei werdende Stellen werden oft nicht mehr besetzt." Davon abgesehen werde im öffentlichen Dienst deutlich weniger gezahlt als in der Privatwirtschaft. Bauingenieure im öffentlichen Dienst verdienen zu Beginn ca. 30.000 Euro, während ihre Kollegen bei Immobiliengesellschaften z.B. weit über 40.000 Euro bekommen.

Bauherren von zu komplizierten Auflagen abgeschreckt

Aufgrund von unzähligen, teils sich widersprechenden, Auflagen seitens der Behörden wird es für Bauherren immer schwieriger günstig zu bauen. Das betrifft auch den sozialen Wohnungsbau: Hier ist die Nachfrage nach Neubauwohnungen besonders hoch, doch "Das Problem des Staates ist, dass seine Konditionen für Ingenieure nicht attraktiv genug sind", so Thomas Puls. Dass die Kommunen nun vom eigentlich wirtschaftsliberalen Institut dafür kritisiert werden, zu viele Stellen in den Bauämtern abgebaut zu haben, zeigt die dramatische Situation. Auch wurde der Vorschlag unterbreitet, Privathaushalte mit einem Durchschnittseinkommen mit Freibeträgen bei der Grunderwerbsteuer zu unterstützen.

Fehlender Nachwuchs und überbordende Vorschriften

Auch wenn die Ausgaben der Kommunen nun steigen würden um gut qualifizierte Mitarbeiter einzustellen: der Markt ist quasi leer, Fachingenieure wurden mit Topgehältern von der Privatwirtschaft umworben und sind nun nicht mehr verfügbar - damit hinken die Gemeinden weiter hinterher. Und an Nachwuchs mangelt es mittlerweile leider auch, da aufgrund schlechter Perspektiven ein Bauingenieursstudium nicht sehr attraktiv war. Eine rasche Problemlösung ist nicht in Sicht. Verschärft wird das Szenario durch den Gesetzgeber, welcher immer weiter neue Vorschriften erließ und damit den bürokratischen Aufwand aller Beteiligten enorm in die Höhe schnellen ließ. Würde man die Vorschriften deutlich vereinfachen, könnten die Genehmigungsbehörden endlich schneller und effektiver arbeiten.

Eingestellt am Datum: 26.01.2017 || Von: VIVONO || Kategorie: Vivono-Community || Artikel Abrufe: