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24

JAN

2017

Ist der Plattenbau die Chance gegen Wohnungsnot?

Plattenbau – das erinnert an die untergegangene DDR und eine längst vergessene Fertigungsvariante von Wohnungen und Häusern. Doch diese Variante erlebt unter anderem Namen eine neue Renaissance. Heute bezeichnet die Baubranche den Plattenbau als „serielles“ oder „elementiertes“ Bauen und sieht dies als einzige Chance, der Wohnungsnot in Deutschland entgegen zu stehen.

Pro Jahr sind 400.000 Neubauten nötig

Nach einer Forderung von Bundesbauministerin Barbara Hendricks, nach welcher pro Jahr ca. 400.000 Neubauwohnungen gebaut werden müssten, um den Wohnungsbedarf in Deutschland zu decken, ist die Baubranche gefordert, denn im Jahre 2016 wurden nach Schätzungen des Münchner ifo-Instituts lediglich 300.000 Wohnungen neu gebaut. "Ohne eine stärkere Industrialisierung des Wohnungsbaus werden wir die Probleme auf den Wohnungsmärkten nicht lösen", so Heiko Stiepelmann, stellvertretender Geschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie. "Für uns heißt das: Forcierung des seriellen Wohnungsbaus." Die industrielle Bauteilfertigung war allerdings keine Eigenheit der DDR – den negativen Ruf verdanken die Plattenbauten nicht der Art der Bauweise, sondern eher dem monotonen Design und dem damit verbundenen Charakter vieler Hochhausviertel. Diese wurden ebenso in den sechziger und siebziger Jahren im Westen errichtet und gerieten aufgrund der sozialen Probleme, welche dort entstanden sind, in Verruf.

Problem: Immer weniger wollen im Freien auf einer Baustelle arbeiten

Motive für den seriellen Wohnungsbau sind nicht nur die kürzere Fertigungszeit und die Kostensenkung beim Bau, sondern auch die immer weniger werdenden Menschen, welche im Freien auf dem Bau arbeiten wollen. Die Vorfertigung hat den Vorteil, dass diese dann in den Fertigungshallen arbeiten können. Hinzu kommt, dass der Anteil an günstigen ausländischen Fachkräften schwindet. Daher steigt nun auch bei den Architekten die Bereitschaft auf vorgefertigte Bauteile aus der Fabrik zurück zu greifen. Diese haben außerdem Vorteile für die Bauherren, da sie eine transparentere Kalkulation und fixe Termine für die Fertigstellung der Immobilie ermöglichen. Bei den Materialien und den Arbeitskräften sind die Preise ungefähr auf dem Niveau der traditionellen Bauweise, die kürzere Bauzeit und die Fabrikfertigung der Bauteile senken die allgemeinen Kosten allerdings. Die einzige Hürde für eine rasche Verbreitung der seriellen Bauweise sind wie so oft die Behörden – Stichwort Baugenehmigung. Das ist nach wie vor Ländersache, und solange hier keine bundesweite Vereinheitlichung und Vereinfachung zustande kommt, wird sich der Bau von dringend benötigten Neubauwohnungen weiter verzögern.

Eingestellt am Datum: 24.01.2017 || Von: VIVONO || Kategorie: Vivono-Community || Artikel Abrufe: