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22

FEB

2017

Bausparkassen dürfen Altverträge nach zehn Jahren kündigen

Bausparer haben keine Chance mehr, sich gegen eine Kündigung ihres alten hochverzinsten Bausparvertrags zu wehren. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) am gestrigen Dienstag beschlossen, denn einen Bausparvertrag als reine Sparanlage laufen zu lassen widerspreche dem Sinn des Bausparens an sich. Das Urteil ist von großer Bedeutung, denn die obersten Zivilrichter geben die Linie für die gesamte deutsche Rechtsprechung vor! Mit diesem Urteil ist für die Bausparkassen der Weg für massive Kündigungen frei geworden: Wer zehn Jahre nach der Zuteilungsreife sein Darlehen noch nicht abgerufen hat darf gekündigt werden! Da viele Bausparer ihr mit dem Vertrag gekoppeltes Darlehen wegen der hohen Zinsen nicht in Anspruch nehmen und den Bausparvertrag als reine Sparanlage laufen lassen, sahen sich die Kassen in der Vergangenheit wegen der Niedrigzinsphase schon gezwungen viele dieser Verträge zu kündigen.

Zweck des Sparens mit Erlangen der Zuteilungsreife erreicht

Aufgrund der seit Jahren niedrigen Zinsen gibt es für Sparer kaum noch rentable Anlageformen. Baukredite sind aber parallel zu sehr günstigen Konditionen zu haben, was das klassische Bausparmodell im Prinzip aushöhlt. Das Ansparen in einem Bausparvertrag ist aber gerade dazu gedacht, einen Anspruch auf ein Darlehen zu erlangen und dieser Zweck ist mit dem Erreichen der Zuteilungsreife erreicht. Alle bisher entschiedenen Kündigungen seien demnach rechtsgültig.

"Ein Bausparvertrag ist kein Sparvertrag"

Bei einem Bausparvertrag geht es in allererster Linie darum, durch konstante Einzahlungen eben einen Anspruch auf ein günstiges Darlehen zu erwerben. "Ein Bausparvertrag ist kein normaler Sparvertrag", hatte für die Bausparkasse Wüstenrot Rechtsanwalt Reiner Hall argumentiert. Für die klagenden Bausparer argumentierte die Gegenseite, dass es sich bei Bausparverträgen um langjährige Verträge handelt und bei einem solchen Abschluss weiß niemand, ob er das Darlehen zukünftig auch gebrauchen kann. Den Bausparkassen hätte klar sein müssen, dass sich der Finanzmarkt und die Zinsen ändern könnten. Die jetzige Niedrigzinsphase dürfe nicht zulasten der Kunden gehen.

Eingestellt am Datum: 22.02.2017 || Von: VIVONO || Kategorie: Vivono-Community || Artikel Abrufe: